Welche Reaktionen sind nach einer Unterspritzung normal?
Direkt nach der Behandlung ist eine sichtbare Reaktion des Gewebes normal. Sie entsteht durch die Einstiche und durch das Gel, das neu im Gewebe liegt, und klingt von selbst wieder ab.
- Schwellung: meist ein bis drei Tage, an den Lippen manchmal etwas länger.
- Rötung: vor allem an den Einstichstellen, sie geht meist schnell zurück.
- Blaue Flecken: Sie entstehen, wenn die Nadel ein kleines Blutgefäß in der Haut trifft, und verblassen meist innerhalb einer Woche.
- Druckgefühl: Das Gewebe fühlt sich in den ersten Tagen fester und gespannt an. Nach einer Behandlung der Kieferlinie kann auch Kauen kurz empfindlich sein.
- Kleine Unebenheiten: Direkt nach der Behandlung sind sie häufig und glätten sich meist in den ersten Tagen.
Das endgültige Ergebnis beurteilen wir erst nach etwa zwei Wochen, vorher kann die Schwellung täuschen. Was du tun kannst, damit alles gut abheilt, steht im Ratgeber Vor und nach der Behandlung.
Welche Nebenwirkungen sind selten?
Selten sind Knötchen, die länger bleiben, Entzündungen im behandelten Bereich und ein Herpes-Ausbruch nach der Behandlung.
Knötchen
Ein Knötchen, das nach zwei Wochen noch tastbar ist, kommt selten vor. Meist liegt an dieser Stelle etwas mehr Gel. Melde dich dann bei uns, damit wir es uns ansehen. Bleibt ein Knötchen störend, lässt sich Hyaluron an dieser Stelle gezielt auflösen.
Entzündung
Selten gelangen bei einer Injektion Keime in die Haut, und es entsteht eine Entzündung. Typisch ist, dass Rötung, Wärme und Schmerzen nach einigen Tagen wieder zunehmen. Ruf uns in diesem Fall an und behandle die Stelle nicht selbst.
Herpes
Wer zu Lippenherpes neigt, kann nach einer Behandlung im Mundbereich einen Ausbruch bekommen, etwa nach dem Lippen aufspritzen. Die Reizung durch die Einstiche kann das Virus, das im Körper ruht, wieder aktiv werden lassen. Sag uns deshalb vorher, wenn du öfter Herpes hast. Bei einem akuten Herpes im Behandlungsgebiet verschieben wir den Termin.
Welche Komplikationen sind sehr selten, aber ernst?
Sehr selten sind ein Gefäßverschluss und eine allergische Reaktion. Beide sind ernst zu nehmen, deshalb solltest du ihre Anzeichen kennen.
Gefäßverschluss
Bei einem Gefäßverschluss gelangt Filler in ein Blutgefäß oder drückt es von außen zusammen. Das Gewebe dahinter wird dann schlechter durchblutet. Wird das nicht schnell behandelt, kann die Haut an dieser Stelle Schaden nehmen. In sehr seltenen Fällen ist das Auge betroffen, weil einige Gefäße im Gesicht mit den Gefäßen des Auges verbunden sind. Die Nase gilt deshalb als anspruchsvolle Zone, mehr dazu unter Nasenkorrektur ohne OP.
Bei Hyaluron lässt sich das Gel in einem solchen Fall mit einem Enzym gezielt abbauen. Je früher das geschieht, desto besser. Deshalb ist es so wichtig, dass du die Warnzeichen kennst und dich sofort meldest.
Allergische Reaktion
Allergische Reaktionen nach einer Unterspritzung sind sehr selten. Sie können sich gegen Bestandteile des Fillers richten, auch gegen das Betäubungsmittel, das viele Filler enthalten. Hast du schon einmal auf eine örtliche Betäubung reagiert, zum Beispiel beim Zahnarzt, trag das im Aufklärungsbogen ein. Anzeichen einer allergischen Reaktion können starker Juckreiz, Quaddeln auf der Haut oder eine Schwellung sein, die sich über den behandelten Bereich hinaus ausbreitet.
Bei welchen Warnzeichen solltest du dich sofort melden?
Melde dich sofort, wenn du eines der folgenden Anzeichen bemerkst. Warte nicht ab, ob es von selbst besser wird.
- starke Schmerzen, die nicht nachlassen und stärker werden
- eine weiße, bläuliche oder fleckig marmorierte Verfärbung der Haut im behandelten Bereich oder daneben
- Sehstörungen jeder Art
- Rötung, Wärme und Schmerzen, die nach einigen Tagen wieder zunehmen
- Atemnot, Kreislaufprobleme oder eine starke Schwellung, die sich ausbreitet
Weniger eilig, aber ebenfalls ein Grund für einen Anruf: ein Knötchen, das nach zwei Wochen noch tastbar ist, oder eine Schwellung, die nach einer Woche kaum zurückgegangen ist.
Was tust du, wenn ein Warnzeichen auftritt?
Ruf sofort im Studio an: +49 178 4222959. Beschreibe, was du siehst und spürst und seit wann. Wir sagen dir dann, wie es weitergeht.
Bei Sehstörungen wählst du sofort den Notruf 112. Das gilt genauso bei Atemnot oder Kreislaufproblemen. Erreichst du uns bei starken Schmerzen oder einer Verfärbung der Haut nicht sofort, warte nicht ab und fahr in die nächste Notaufnahme. Sag dort, dass du kurz vorher mit Hyaluron unterspritzt wurdest, und wenn möglich auch, mit welchem Produkt.
Wie senken wir das Risiko?
Das Risiko senken wir schon vor der Behandlung, mit dem Aufklärungsbogen und einem ausführlichen Gespräch. Während der Behandlung kommt es auf Ruhe und Erfahrung an.
- Aufklärungsbogen: Du gibst Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien und frühere Behandlungen an. So erkennen wir, ob etwas gegen eine Behandlung spricht.
- Gespräch: Wir erklären dir Risiken und Warnzeichen, bevor du dich entscheidest.
- Langsames Arbeiten: Wir bringen das Gel langsam ein und prüfen zwischendurch das Ergebnis und die Haut.
- Kleine Mengen: Wir empfehlen lieber weniger als zu viel. Was fehlt, lässt sich später ergänzen.
- Auflösbarkeit: Hyaluron lässt sich mit einem Enzym gezielt abbauen, im Notfall ebenso wie bei einem Ergebnis, das dir nicht gefällt. Mehr dazu unter Hyaluron auflösen.
- Hinweise für zu Hause: Nach der Behandlung bekommst du mit, was du beachten solltest und wann du dich melden musst.
Ganz ausschließen lässt sich ein Risiko bei keiner Unterspritzung. Wenn du die Warnzeichen kennst und dich im Zweifel lieber einmal zu früh meldest, hilfst du uns, schnell zu reagieren.
Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt nicht die persönliche Aufklärung vor einer Behandlung. Bilder mit dem Hinweis KI-generiert sind Symbolbilder.